Jüdisches Leben
in Bayern

Michael Siegel Jurist

geb. 14.09.1882, Arnstein
gest. 15.03.1979, Lima

Wirkungsort: München

Nach seiner erfolgreichen Promotion führte Dr. jur. Michael Siegel gemeinsam mit seinem Cousin Dr. Julius Siegel (1885-1951) eine erfolgreiche Anwaltskanzlei in München, welche zu den besten der Stadt gezählt wurde. Für seinen Mandanten Max Uhlfelder erstattete er am 10. März 1933 Anzeige gegen SS-Leute, weil diese im Kaufhaus Uhlfelder Schaufensterscheiben zertrümmert hatten. Auf der Polizeiwache wurde Dr. Siegel brutal misshandelt und danach öffentlich gedemütigt: Barfuß, mit abgeschnittenen Hosenbeinen und mit einem Schild um den Hals trieb man ihn über den Karlsplatz. Ein zufällig anwesender Fotograf machte mehrere Aufnahmen, die international für Aufsehen sorgten und bis heute in fast jedem Geschichtsbuch abgedruckt sind. So wurde Michael Siegel zu einem Symbol der NS-Gräuel. Sein Neffe Uri Siegel ist ein Zeitzeuge. Michael Siegel konnte mit seiner Familie nach Peru fliehen. Er wurde nach 1945 Vertrauensanwalt der Bundesrepublik Deutschland und erhielt 1971 das Großkreuz des Bundesverdienstordens.

GND: 1131713982
Zum Eintrag in den Biografien