Jüdisches Leben
in Bayern

Louis (Lazarus) Weinmann Geschäftsführer der MD-Papierfabriken

geb. 04.09.1839, Wallerstein
gest. 13.05.1902, München

Wirkungsort: München | Dachau

Bis heute ist der Name von Louis Weinmann untrennbar mit der Dachauer Papierfabrik MD verbunden, einem der erfolgreichsten Papiererzeuger Deutschlands. Dem Unternehmen verdankt Dachau maßgeblich seinen Aufstieg zur modernen Industriestadt, außerdem führte Weinmann soziale Verbesserungen für die Belegschaft ein. In seinen Villen in München und am Starnberger See traf sich alles, was in der Gesellschaft Rang und Namen hatte. Seine Ehefrau Julie geb. Wassermann (1849-1936) stand im engen Kontakt zur Frauenrechtlerin Carry Brachvogel (1864-1942). Louis Weinmann ist ein Beispiel dafür, wie jüdische Unternehmer das moderne wirtschaftliche Leben in Deutschland gestaltet haben. Er ist auch ein Beispiel für die Assimilation vor allem großbürgerlicher jüdischer Kreise: Seine drei Söhne konvertierten zum Protestantismus, Weinmann selbst ließ sich entgegen des Ritus kremieren und ruht in einer "Gedächtniskapelle" auf dem Gelände von Haus Buchenried (VHS München).

GND: 1073461238
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