geb. 21.01.1878, Nürnberg
gest. 13.01.1947, Istanbul
Wirkungsort: Erlangen | München | Berlin | Istanbul
Der Orientalist, Historiker und Dolmetscher Prof. Dr. Karl Süßheim studierte in Erlangen, München und Berlin. Anschließend verbrachte er mehrere Jahre im bereits wankenden Osmanischen Reich, um sich beruflich zu orientieren. Dabei begegnete der junge Mann, der aus einer wohlhabenden, völlig assimilierten jüdischen Familie stammte (sein Großvater David Morgenstern und sein älterer Bruder Max Süßheim waren Abgeordnete im Bayerischen Landtag), einer ihm bislang fremden Religiosität. Im Jahr 1919 erhielt er eine außerplanmäßige Professur an der Universität München für die Geschichte islamischer Völker sowie für Türkisch, Farsi und Arabisch. Zu seinen Studenten gehörten Gershom Scholem (1897-1982), Franz Babinger (1891-1967) sowie Ernst Kantorowicz (1895-1963). Nach der NS-Machtübernahme 1933 wurde Süßheim aus dem Staatsdienst entlassen und nach den Novemberpogromen 1938 in „Schutzhaft“ genommen. Er konnte 1941 mit seiner Familie nach Istanbul fliehen. Dort starb er 1947 im Deutschen Krankenhaus; er ruht auf dem jüdischen Friedhof im Stadtteil Ortaköy. Prof. Karl Süßheim war zweimal verheiratet. Mit der Katholikin Karolina "Ina" Plank hatte er zwei Töchter, die zunächst jüdisch erzogen wurden.