Jüdisches Leben
in Bayern

Hedwig Lachmann Schriftstellerin und Übersetzerin, Ehefrau von Gustav Landauer

geb. 29.08.1865, Stolp (Pommern)
gest. 21.02.1918, Krumbach

Wirkungsort: England | Dresden | Budapest | Berlin

Hedwig Lachmann besaß eine ausgeprägte sprachliche Begabung und bestand bereits mit 15 Jahren das Examen als Sprachlehrerin für Englisch und Französisch. Ihr Beruf als Hauslehrerin und Erzieherin führte sie 1882 nach England, 1885 nach Dresden und 1887 nach Budapest. 1889 ließ sie sich in Berlin nieder und publizierte seitdem erfolgreich Übersetzungen englischer, französischer und ungarischer Gedichte ins Deutsche. Ab 1885 veröffentlichte sie eigene lyrische Texte, in denen sie sich weitgehend auf die eigene Erlebniswelt bezog und darauf zielte, die engen Grenzen der Realität ins Überzeitliche auszuweiten. Themen für ihre Lyrik lieferten die Facetten ihrer Partner- und Liebesbeziehungen, sowie das Mitfühlen mit der geschundenen Kreatur und allen Leidenden. In der Folgezeit leistete sie wichtige Übersetzungsarbeiten u.a. aus den Werken Oscar Wildes und Benjamin Franklins. Aus der 1903 eingegangenen Ehe mit dem Schriftsteller und Revolutionär Gustav Landauer (1870-1919) entstammten zwei Töchter. 1918 starb Hedwig Lachmann an der Spanischen Grippe. Eine Sammlung ihrer Gedichte, zusammengestellt von Gustav Landauer, erschien 1919.

GND: 119115441
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