David Steindecker wuchs nach dem Tod des Vaters zusammen mit seinen Brüdern Adolf (1877-1929) und Hugo Steindecker (1879-1930) beim Großvater Marx Schloss auf. Nach dessen Ableben übernahmen sie die Leitung der "Pinselfabrik Marx Schloss Bechhofen". Sie bauten von 1902 bis 1904 ein neues Fabrikgebäude und etablierten die Marke auf dem internationalen Markt. David führte die Pinselfabrik fast 40 Jahre lang. Als einer der größten privaten Arbeitgeber in der Region spielte David Steindecker eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben von Bechhofen, war aber auch sozial aktiv und engagierte sich in seiner jüdischen Gemeinde. Aus seiner Ehe mit Ida geb. Löwenthal (1880-1944) ging der einzige Sohn Siegfried hervor, der jedoch schon 1915 mit sieben Jahren starb. Nach der NS-Machtübernahme 1938 wurde die Fabrik konfisziert, das Ehepaar Steindecker verließ als letzte Juden den Ort und zog nach München. 1942 wurden sie nach Theresienstadt deportiert und 1944 im Auschwitz ermordet.
Jüdisches Leben
in Bayern
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David Steindecker Fabrikant und Kaufmann, Inhaber der Pinselfabrik "Marx Schloss"
GND: nicht verfügbar
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