Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Zwi Katz von einem vergeblichen Fluchtversuch vom Todesmarsch nach Tirol im April 1945.
Zwi Katz wurde 1927 in Kaunas/Litauen geboren und kam dort 1941 ins Getto. 1944 wurde er über das KZ Stutthof ins KZ Kaufering, einem Außenlager des KZ Dachau, deportiert. Als sich im April 1945 die Westfront näherte, wurde er zusammen mit vielen anderen Häftlingen auf den „Todesmarsch“ Richtung Tirol geschickt, bei dem Katz knapp einer Erschießung entging. Am 2. Mai 1945 wurde er von den Amerikanern befreit. Nach einem Aufenthalt im Kloster St. Ottilien, das als Lazarett für jüdische Displaced Persons diente, machte sich Zwi Katz auf den Weg in seine Heimat Litauen. Da ihm auch in Polen Antisemitismus entgegenschlug, brach er seine Reise ab und ging über die Tschechoslowakei zurück nach Bayern. Zusammen mit anderen Holocaust-Überlebenden wanderte er zu Fuß über die Alpen nach Italien und segelte in einem Holzboot in Richtung Palästina. Die Briten stoppten das Boot und internierten die Insassen auf Zypern. Von dort aus gelang ihnen 1948 die Überfahrt nach Israel, wo Zwi Katz über 30 Jahre als Referent im Landwirtschaftsministerium tätig war. Er engagierte sich in der historischen Bildungsarbeit und trat immer wieder an Schulen als Zeitzeuge auf. 1989 nahm er an der Einweihung des ersten Todesmarschdenkmals in Gauting teil. 2002 publizierte er seine Erinnerungen: "Von den Ufern der Memel ins Ungewisse. Eine Jugend im Schatten des Holocaust". 2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für seine Aufklärungsarbeit. 2024 verstarb Zwi Katz in Holon/Israel.
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