Jüdisches Leben
in Bayern

Rolf Kralovitz KZ-Überlebender, Zwangsarbeiter; Produktionsleiter (WDR)

Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Im hier gezeigten Ausschnitt erzählt Rolf Kralovitz von seiner Ankunft in München im Winter 1946/47.

Biogramm

1925 wurde Rolf Kralovitz in Leipzig in eine jüdische Familie geboren. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste er als Kind als Totengräber auf einem Friedhof Zwangsarbeit leisten. Kralovitz’ gesamte Familie wurde im Vernichtungslager Auschwitz und im KZ Ravensbrück ermordet. Am 11.10.1943 wurde er selbst in das Konzentrationslager Buchenwald eingewiesen. Dort musste er in einer Rüstungsfabrik Schwerstarbeit verrichten. Er erkrankte mehrmals und wäre fast verhungert. Am 11.04.1945 erlebte er die Befreiung durch die Amerikaner. Kralovitz kehrte zunächst nach Leipzig zurück und wurde Schauspieler, bevor er 1946 nach München ging und in einem Kabarett arbeitete. 1949 wanderte er in die USA aus. In New York heiratete er eine Exiljüdin, die nur knapp der Deportation nach Auschwitz entkommen war. 1953 kehrte das Ehepaar Kralovitz wieder nach Deutschland zurück. Rolf Kralovitz wurde Fernseh-Produktionsleiter beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte schrieb er Bücher, produzierte Hörspiele und Dokumentationen und hielt Vorträge an Schulen. Sein Buch „ZehnNullNeunzig in Buchenwald - Ein jüdischer Häftling erzählt“ wurde ein Bestseller. Rolf Kralovitz verstarb 2015.

Themen
  • Alltag in der Nachkriegszeit
  • Jüdisches Leben
Signatur: zz-0328.01
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