Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Nikolaus Lehner, wie es ihm - anders als seinem einzigen überlebenden Bruder - nicht gelang, nach seiner Befreiung aus dem KZ Dachau 1945 in die USA auszuwandern. Aus seinem nur als Provisorium gedachten Aufenthalt in Deutschland entwickelte sich ein Bleiben für immer.
Nikolaus Lehner wurde 1923 in Siebenbürgen, Rumänien, geboren, ging 1940 nach Budapest und arbeitete dort als Lehrling in einem feinmechanischen Betrieb. Er erlebte das nationalistische Horthy-Regime, bis 1944 die Wehrmacht einmarschierte. Lehner, der zum ungarischen Arbeitsdienst eingezogen worden war, wurde im Dezember 1944 ins KZ Dachau deportiert und erlebte 1945 die Befreiung des Lagers. Seine Familie wurde bis auf einen Bruder in Auschwitz ermordet. Nach vergeblichen Auswanderungsversuchen siedelte sich Lehner in Dachau an, wo er als Geschäftsmann tätig war. Er war damit der einzige jüdische KZ-Häftling, der nach der Befreiung dauerhaft in Dachau blieb. Vor Ort setzte er sich u.a. für den Bau einer Jugendbegegnungsstätte ein. Nikolaus Lehner starb 2005 in Dachau.
- Alltag in der Nachkriegszeit
- Auswanderung in die USA
- Jüdische DPs (Displaced Persons)