Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Arno Hamburger über die Diskriminierungen, die er und seine Familienangehörigen als Juden in den 1930er-Jahren in Nürnberg erleben mussten. Seine Eltern mussten sich mit Hilfsarbeiten über Wasser halten, er selbst musste die Schule verlassen und als Lehrling gefährliche Schweißarbeiten verrichten, die Nicht-Juden nicht zugemutet wurden. Während der Reichspogromnacht wurde die Firma, in der er lernte, zerstört. 1939 bereitete er sich in Hamburg auf seine Auswanderung nach Palästina vor.
Geboren 1923 in Nürnberg, 1939 über ein Vorbereitungslager der Jugend-Alija in Hamburg-Blankenese nach Palästina emigriert, Annahme der britischen Staatsbürgerschaft, ab 1941 Kriegsdienst in der britischen Armee (in den Jewish Brigades Einsatz in Nordafrika und Italien), 1945 Rückkehr nach Nürnberg, ab 1946 Dolmetscher und Übersetzer bei den Nürnberger Nachfolge-Prozessen, ab 1949 Metzgerlehre, anschließend im elterlichen Geschäft tätig (1974 übernommen), seit 1972 Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, seit 1972 Mitglied des Stadtrats in Nürnberg (SPD), gestorben 2013.
- Ausschaltung von Juden aus dem Berufsleben
- Erzwungene Auswanderung / Emigration von Juden
- Nürnberg
- Reichspogromnacht / "Reichskristallnacht" 1938