Die jüdische Gemeinde von Sulzdorf a.d. Lederhecke versammelte sich vor 1760 (Schwierz) bzw. 1786 (Hahn) in einem der Privathäuser, wo es offenbar einen Betraum gab. Als die Gemeinde weiter anwuchs und die bisher genutzten Räumlichkeiten zu klein wurden, planten die Sulzdorfer Juden außerhalb des Dorfes (heute Sophiengasse) ein Gemeindezentrum mit Synagoge, Schule, Lehrerwohnung und Mikwe. Trotz des Widerstands der Dorfbevölkerung erteilte die Guttenbergsche Verwaltung eine Baugenehmigung. Von der Ausstattung der Synagoge ist nur die Abbildung des Toraschreins (Aron ha-Kodesch) überliefert. Dieses Foto machte Kunsthistoriker Theodor Harburger im Jahr 1929, als sich dieser Toraschrein nach der Profanierung der Sulzdorfer Synagoge nach 1922 im Vorraum der Synagoge von Bad Königshofen i.Grabfeld befand. Während des Novemberpogroms 1938 wurden die jüdischen Männer gezwungen, die Inneneinrichtung der Königshofener Synagoge, darunter auch den Toraschrein aus Sulzdorf, zu zerstören. Das Synagogengebäude in Sulzdorf wurde nach der Auflösung der jüdischen Gemeinde in der 1920er Jahren verkauft und abgebrochen. (Patrick Charell)
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 124f.
- Reinhold Albert: Geschichte der Juden im Grabfeld. Bad Königshofen 1990 (= Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e.V. 2), S. 87-89 u. 111.
