Jüdisches Leben
in Bayern

Sommerau Synagoge

Laut archivalischen Quellen wurde um das Jahr 1787 in Sommerau auf dem Anwesen 22 eine Synagoge errichtet (heute Elsavastraße 141). Sie war lange Zeit das Zentrum des jüdischen Gemeindelebens im Ort. Zur Besorgung der religiösen Aufgaben der Gemeinde war in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit Eschau ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter wirkte. Aufgrund des Mitgliederschwunds wurden die gemeinsamen Gebete ab den 1920er Jahren zusammen mit der Eschauer Gemeinde abgehalten. Nach der Auflösung der Kultusgemeinde 1934 wurde der jüdische Sakralbau in Sommerau 1935 verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut, das bis heute existiert.


(Christine Riedl-Valder)

Adresse / Wegbeschreibung

Elsavastraße 141, 63863 Eschau

Literatur

  • Axel Töllner / Cornelia Berger-Dittscheid: Eschau und Sommerau. In: Wolfgang Kraus, Gury Schneider-Ludorff, Hans-Christoph Dittscheid, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/1: Unterfranken, Teilband 1. Erarbeitet von Axel Töllner, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Hans Schlumberger unter Mitarbeit von Gerhard Gronauer, Jonas Leipziger und Liesa Weber, mit einem Beitrag von Roland Flade. Lindenberg im Allgäu 2015, S. 383-394.