Jüdisches Leben
in Bayern

Osterberg Synagoge

Die jüdische Kehillah von Osterberg versammelte sich seit dem 17. Jahrhundert in einem privaten Betraum, vielleicht sogar schon einer kleinen Synagoge. Im Jahr 1811/12 errichtete die Gemeinde ein neues Gotteshaus, was jedoch gemäß dem Bayerischen Judenedikt von 1813 illegal war, da sie weniger als 50 Familien zählte. Die Synagoge wurde daher 1814 zwangsversteigert. Zu einem späteren Zeitpunkt entstand eine weitere Synagoge, die bis zur Auflösung der Kultusgemeinde im Jahr 1905 das Zentrum jüdischen Lebens bildete. Anschließend wurde das leer stehende Gebäude in der Judengasse an einen Privatmann verkauft und zwischen 1910/20 abgerissen.

Literatur

  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 275f.
  • Staatsarchiv Augsburg, LGäO Illertissen 128. Aktenbetreff: Erbauung einer neuen Synagoge zu Osterberg; Verkauf der Synagoge und einer jüdischen Gemeindewohnung/Gemeindehaus (wegen Verstosses gegen § 24 des Edikts von 1813 VI 13).