Die wiederaufgebaute Synagoge in der Reichenbachstraße blieb von 1947 bis zur Fertigstellung des neuen Kultur- und Gemeindezentrums Ohel Jakob im Jahr 2006 die offizielle Hauptsynagoge der IKG München. Daneben entstanden jedoch auch zwei weitere jüdische Gotteshäuser, die als "Stadtteilsynagogen" zwar der Hauptsynagoge formal untergeordnet sind und allen Menschen jüdischen Glaubens offen stehen, jedoch von unterschiedlichen religiösen Gruppierungen eingerichtet und betrieben werden.
Ende der 1960er Jahre richtete sich eine konservativere jüdische Gruppierung innerhalb der IKG München in einem privaten Jugendstil-Wohnhaus (Georgenstraße 71) einen eigenen Betsaal ein, das "Haus des Friedens" (hebr. Sha'arei Zion). Als Stadtteilsynagoge der IKG München steht sie am Schabbat generell allen Jüdinnen und Juden offen. Die umgebauten Räumlichkeiten enthalten nun einen Betsaal mit einer zentral ausgerichteten Bima, Stehpulten und einem Toraschrein. Von Außen weist nichts an der Hausfassade auf die sakrale Nutzung eines Teiles des Gebäudes hin.
Die chassidisch-orthodoxe Gruppierung Chabad Lubawitsch weihte in den 1970er Jahren eine neue Synagoge in der Possartstraße 15 ein. Zuvor hatte sie die 1946 eingeweihte orthodoxe DP-Synagoge in der nahe gelegenen Villa Lauer genutzt. Die IGK München tauschte das Grundstück in der Possartstraße mit der Stadt München für einen Teil des jüdischen Friedhofsgeländes ein, die dafür auch die gesamte Villa Lauer für ihre Zwecke nutzen konnte. Im Jahr 1970 wurde eine Mikwe eingebaut, 1988 weihte Rabbiner Israel Diskin unter derselben Hausnummer auch das erste Chabad-Gemeindehaus Deutschlands ein.
Bilder
Adresse / Wegbeschreibung
Georgenstraße 71 / Possartstraße 15, 80798/8167 München
Literatur
- Angela Hager / Frank Purrmann: München. In: Wolfgang Kraus, Berndt Hamm, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 1: Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager unter Mitarbeit von Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Frank Purrmann. Lindenberg im Allgäu 2007, S. 360-385, hier: S. 377 u. Anm. 133.
