Jüdisches Leben
in Bayern

Monheim Synagoge

Eine jüdische Gemeinde bestand in Monheim seit dem 17. Jahrhundert bis zur Vertreibung 1741.Eine Synagoge wird im Hintergebäude der früheren Gastwirtschaft "Zum Ochsen" vermutet (Marktplatz 21). Ein Versammlungsraum der Gemeinde kann aber auch im Hinter- oder Rückgebäude des repräsentativen Wohn- und Geschäftshauses von Hoffaktor Abraham Elias Model bestanden haben (Marktplatz 23).

Die häufigen Anfeindungen durch den Rat der Stadt und den pfalz-neuburgischen Behörden, denen die jüdische Gemeinde ausgesetzt war, dokumentiert ein Vorfall aus dem Jahr 1725, der von A. Friedmann überliefert wurde. Im August wurde der jüdischen Gemeinde vorgeworfen, sie hätten eine öffentlich Prozession abgehalten und dabei auf der Straße "Gras" gestreut. Die vor den kurfürstlichen Landrichter zitierten Vertreter der jüdischen Gemeinde, darunter die beiden Vorsteher (Barnossim) und der einflussreiche Hoffaktor Abraham Elias Model erklärten den Vorfall: Model hatte in seinem Haus eine neue Torarolle, "die zehen gebott", für die Synagoge anfertigen lassen. Nach der Fertigstellung der Handschrift habe er sie, wie es Brauch sei, am Arm über die Gasse in das anliegende nächste Gebäude, "des Goldtschmidts Haus", getragen. Dabei sei "weder gesungen oder gegeigt" worden, noch habe man einen Prozessionshimmel mitgeführt. man habe nur, wie am Schabbat üblich sei, "schmeckende" Blumen und Kräuter gestreut. Im übrigen sei man durch das Nebenhaus hindurch in die Synagoge gegangen. Dies sei in kurfürstlichen Landen, wie in Mannheim, Sulzbach und Neuburg, üblich, was Model gerne schriftlich nachweisen wolle. Der Einfluss von Model bei den kurfürstlichen Behörden dürfte ausgereicht haben, die Sache nicht weiter zu verfolgen.

Adresse / Wegbeschreibung

Marktplatz 23, 86653 Monheim

Literatur

  • Monika Müller: Judenschutz vor Ort. Jüdische Gemeinden im Fürstentum Pfalz-Neuburg. Augsburg 2016 (= Quellen und Darstellungen zur jüdischen Geschichte Schwabens 5).
  • A. Friedmann: Die Geschichte der Juden in Monheim. Mainz 1902 und in: Blätter für Jüdische Geschichte und Literatur 3 (1902), S. 1-4, 33-38, 49-53.

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