Jüdisches Leben
in Bayern

Dorfen Synagoge

Vor 1338 hatte sich die kleine mittelalterliche Gemeinde wahrscheinlich in einem privaten Betraum versammelt. Im 19. und 20. Jahrhundert gehörten die in Erding und Dorfen lebenden jüdischen Personen offiziell zur Münchener Kultusgemeinde, besaßen aber vielleicht auch einen Betraum vor Ort als Wochentags-Synagoge. Über den etwaigen Standort ist jedoch derzeit noch nichts bekannt. Die 1946 eingerichtete jüdische DP-Gemeinde Dorfen hatte im Gasthaus "Zum Jakobmayer" (Untere Marktstraße 34), im Nebenzimmer des Erdgeschosses auch einen provisorischen Betraum eingerichtet. Dort hing ab 1948 eine israelische Fahne, ansonsten ist über die Ausstattung nichts bekannt. Der Betraum wurde mit der Auflösung der DP-Gemeinde im Jahr 1950 wieder einem profanen Zweck zugeführt.

Adresse / Wegbeschreibung

Unterer Marktplatz 34, 84405 Dorfen

Gasthaus zum Jacobmayer

Literatur

  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 306.
  • Aktionsbündnis "Dorfen ist bunt" (Hg.) / Monika Schwarzenböck / Doris Minet / Elisabeth u. Adalbert Wirtz: Wie kam der Davidstern nach Dorfen? „Dorfen ist bunt“. Auf den Spuren jüdischer "Displaced Persons". Dorfen 2015.