Jüdisches Leben
in Bayern

Cham Synagoge

Eine erste Synagoge bestand wahrscheinlich beim „Judenturm“ der inneren Stadtmauer; die letzten Überreste wurden beim Stadtbrand 1873 zerstört. Am 29. Mai 1895 fand die Feier des ersten Gottesdienstes im Betsaal im ersten Stock des Gasthauses "Zur Goldenen Weltkugel" statt (Propsteistr. 4). Er wurde bis 1938, da trotz mehrfacher Planung kein Synagogengebäude errichtet wurde; dort fand auch der Religionsunterricht für die jüdischen Kinder statt. Als Folge des Novemberpogroms 1938 wurde der Betsaal geschlossen, Bücher und Kultgegenstände beschlagnahmt. Der neue Eigentümer des Hauses rettete die Innenausstattung und übergab sie 1945 der neu gegründeten jüdischen Gemeinde zurückgegeben.

Von 1945 bis 1949 feierte die DP-Gemeinde von Cham wieder Gottesdienste im Betsaal. Weil die neu gegründete IKG Cham durch die Auswanderungswelle nach Israel und die USA zahlenmäßig stark abgenommen hatte, wurde bis zur Mitte der 1970er Jahre nur ein kleinerer Nebenraum benutzt. Das Gebäude ist heute im Besitz der Gerhardinger-Realschule für Mädchen, der Betsaal wurde zur Aula umfunktioniert.

Bilder

Adresse / Wegbeschreibung

Klosterstraße 9, 93413 Cham

Literatur

  • Angela Hager / Berger-Dittscheid, Cornelia: Cham, in: Wolfgang Kraus, Berndt Hamm, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 1: Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager unter Mitarbeit von Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Frank Purrmann. Lindenberg im Allgäu 2007, S. 237-243.

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