Wolf Wertheimer konnte von seinem Vater Samson Wertheimer ein weit verzweigtes Finanzimperium übernehmen und wurde durch sein Wirken für das Habsburger Kaiserhaus und die kurbayerischen Wittelsbacher zu einem der wichtigsten Vertreter des europäischen Hofjudentums. 1723 ließ er sich als kurbayerischer Hoffaktor und Hofjuwelier dauerhaft in München nieder. Seine Anwesenheit zog weitere jüdische Familien in die Haupt- und Residenzstadt, wo sich dank Wertheimers Einfluss nach Jahrhunderten wieder jüdisches Leben entwickeln konnte. Zweifellos war er ein Virtuose der Kreditgeschäfte, doch am Ende seines Lebens stand er vor einem Scherbenhaufen: "Ein typischer Vertreter jener Classe armer Reicher, unglücklicher Glücklicher, die ihrer Zeit bewiesen, wie die vielbeneideten, weitausgreifenden Creditgeschäfte mit Höfen und Staaten nicht immer eine Quelle der Bereicherung waren, sondern gar den Ruin des Vermögens zur Folge hatten [...]" (David Kaufmann).
Jüdisches Leben
in Bayern
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Wolf Simon Wertheimer Hoffaktor und Bankier
GND: 139103791
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