Jüdisches Leben
in Bayern

Walter Tuchmann Fabrikant, Inhaber der "Drei-S-Werke"

geb. 31.03.1891, Nürnberg
gest. 29.03.1942, Cuernacava

Wirkungsort: Schwabach

Walter Tuchmann war der einzige Sohn des Hopfen-Großhändlers Max Philipp Tuchmann (1855–1934) und Clara geb. Hopf. Nach dem Abitur am kgl. Realgymnasium in Nürnberg übernahm Walter spätestens 1913 die kaufmännische Leitung der Schwabacher Nadel- und Federfabrik Reingruber, die sein Vater erworben hatte. Das Unternehmen produzierte patentierte Grammophonnadeln ("Fürsten-" sowie "Burchardnadeln"). Tuchmann kämpfte im Ersten Weltkrieg und heiratete 1921 die evangelische Christin Maria Elisabeth Wicker (1894–1943). Die Ehe blieb kinderlos. Nach Kriegsende entwickelte sich das Unternehmen erfolgreich weiter und firmierte nun als "Drei-S-Werke". Im Jahr 1929 wurde Tuchmann zum Konsul von Honduras ernannt. Nach 1933 war er zunehmenden antisemitischen Repressionen ausgesetzt. 1937 verkaufte Tuchmann die Fabrik und emigrierte überstürzt nach Prag. Über mehrere Stationen gelang dem Ehepaar 1939 die Flucht nach Mexiko. Beide litten unter dem Klima: Walter Tuchmann starb 1942 im Kurort Cuernavaca, seine Frau 1943 in Mexiko-Stadt.

GND: nicht verfügbar
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