Sigmund Henle entstammte einer jüdischen Kaufmanns- und Hoffaktorenfamilie, die seit Generationen auch politisch tätig war. Sein Großvater, Elkan Henle (1761–1833), war ein früher Verfechter der jüdischen Emanzipation. Nach seiner Promotion 1845 wurde Dr. Henle Geheimer Hofrat und Kronanwalt in München, wirkte auch als Berater des Hauses Wittelsbach und arbeitete zwischen 1846 und 1870 als Korrespondent der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Von 1871 bis 1881 saß er als gewähltes Mitglied für die Nationalliberalen in der Kammer der Abgeordneten. Nach seinem Rückzug wurde Dr. Sigmund Henle von König Ludwig II. mit dem Verdienstorden der Bayerischen Krone in den persönlichen Adelsstand erhoben. Aus seiner Ehe mit Emma geb. Pollack (1827-1909) gingen drei Kinder hervor; sein einziger Sohn Heinrich (*1853) wurde der erste jüdische Zögling im elitären Bayerischen Kadettencorps.
Jüdisches Leben
in Bayern
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Sigmund von Henle Jurist und Hofrat, Abgeordneter im Bayerischen Landtag
GND: 138219710
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