geb. 22.11.1875, Nürnberg
gest. 08.12.1938, Florenz
Wirkungsort: Nürnberg | München | Berlin | Paris | Genf u.a.
Siegfried Guggenheimer, Sohn des Nürnberger Kaufmanns Heinrich Guggenheimer (1846-1917) und Mathilde [oder Margarethe?] geb. Löwenthal (1848-1934), studierte an verschiedenen Universitäten und promovierte 1898 in Genf. Nach seiner akademischen Laufbahn gründete er 1906 eine Firma für elektrische Messgeräte in Nürnberg. Die Firma erlangte durch innovative Entwicklungen in der Messtechnik schnell hohes Ansehen. Im Jahr 1919 heiratete er die aus Basel gebürtige Marguerite geb. Bloch (1894-1987) und zeugte mit ihr zwei Kinder (Heinrich Walther Guggenheimer und Susanne verh. Levy). Am 20. Juli 1921 gehörte er mit Oberbürgermeister Hermann Luppe und dem SPD-Landtagsabgeordneten Max Süßheim zu den Gründern des Fördervereins "Freunde der Handelshochschule Nürnberg". Er wandelte er seine Firma in eine Aktiengesellschaft um, musste aber in Folge der Hyperinflation von 1923 zwei Jahre später als Inhaber ausscheiden. Er führte einen Teil des Unternehmens als "Noris Tachometerwerk Dr. Siegfried Guggenheimer AG" weiter. Guggenheimer engagierte sich für die Handelshochschule Nürnberg und war Vorsitzender der "Vereinigung elektrotechnischer Spezialfabriken". Als politisch aktives Mitglied der liberal Deutschen Demokratischen Partei (DDP) in Bayern wurde er 1933 unter Druck der Nationalsozialisten gezwungen, den Firmennamen zu ändern und 1937 die Geschäftsführung seines Betriebs ganz aufgeben. Familie Guggenheimer emigrierte nach London und später nach Florenz, wo Siegfried Guggenheimer ein Jahr später verstarb. Seine Witwe kehrte mit den Kindern in ihre Geburtsstadt Basel zurück.