Parallel zur traditionellen Rabbinerausbildung an einer Jeschiwa eignete sich Samson Wolf Rosenfeld autodidaktisch eine umfangreiche Allgemeinbildung. 1808 wurde er Rabbiner in Uehlfeld. Als erster bayerischer Rabbiner reformierte er im Geiste der jüdischen Aufklärung (Haskala) die Liturgie und führte 1819 die Predigt in deutscher Sprache ein. Mit seiner "Denkschrift an die Hohe Stände-Versammlung des Königreiches Baiern, die Lage der Israeliten und ihre bürgerliche Verfassung betreffend" (1819) forderte er öffentlich die rechtliche Emanzipation der Juden als bayerische Staatsbürger. Ab 1826 wirkte er als Stadt- und Distriktsrabbiner in Bamberg und setzte in seinem Bezirk ein gemäßigt-liberales Reformjudentum durch. Er gründete zudem die erste deutsch-jüdische Wochenschrift "Das Füllhorn", die es jedoch nur auf zwei Jahrgänge brachte (1835-1836). Rabbiner Rosenfeld ist einer der wichtigsten Vertreter des Reformjudentums in Bayern und der Autor zahlreicher Bücher, Artikel und Predigten.
Jüdisches Leben
in Bayern
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Samson Wolf Rosenfeld Rabbiner und Schriftsteller
GND: 121034909
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