Nikodem Caro entstammte einer sephardischen Rabbinerfamilie im damals russischen Teil Polens. Nikodem ist die polnische Schreibweise für "Nikodemus". Nach einem naturwissenschaftlichen Studium in Berlin und Rostock gründete er 1895 sein eigenes Labor und entwickelte zusammen mit Prof. Albert Frank (1872-1965) die Kalkstickstoffsynthese, gen. Frank-Caro-Prozess. In den folgenden Jahren wurde der Nutzen des Verfahrens von der Industrie entdeckt. Nikodem Caro gehörte 1907 zu den Gründern der "Bayerischen Stickstoffwerke" (BStW) und der "Bayerischen Kraftwerke" (BKW) im Jahr 1920. Er förderte auch den Bau großer Wasserkraftwerke und wurde so ein Stammvater des "Bayerischen Chemiedreiecks" (ChemDelta Bavaria), einem global operierenden Industriestandort in Südostbayern. Nikodem Caro war Ehrenbürger von 18 bayerischen Gemeinden, Ehrensenator verschiedener Universitäten, Professor und Doktor h.c., Generalkonsul des Königreichs Bulgarien und Geheimer Regierungsrat. Nach der NS-Machtübernahme 1933 lebte Caro in der Schweiz und Italien, wo er zuletzt auch verstarb. Begraben ist er in Meran.
Jüdisches Leben
in Bayern
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Nikodem Caro Chemiker und Industrieller, Begründer des "Bayerischen Chemiedreiecks"
GND: 117673366
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