geb. 08.02.1795, Lauschbrünn (Lovasberény)
gest. 05.09.1858, Baden b. Wien
Wirkungsort: Berlin | München | Wien
Heute weitgehend in Vergessenheit geraten, zählte Moritz Gottlieb Saphir im vormärzlichen Berlin, München und Wien zu den umstrittensten wie populärsten Journalisten. Seinen Freunden und Bewunderern galt er als "Meister des journalistischen Skandals" und als "Großmeister des Humors"; man verglich ihn mit Jean Paul, Alexandre Dumas und sogar Shakespeare. Seine Gegner und Kritiker sahen in ihm den "Schriftsteller der Worttortur", oder wie Johann Nestroy den "Vomkunstrichterstuhlherabdieleutevernichtenwoller". Saphir charakterisierte sich 1845 selbst: "Vom Schicksal zum Juden bestimmt, von den Eltern zum Handelsmann, von der Erziehung zum Dorfrabbiner, von den Verhältnissen zum armen Teufel, von dem Zufall zum Fangball, bin ich jetzt trotz diesen Bestimmungen [...] Inhaber eines steuerfreien Renommés [...], redlicher Patriot ohne Aushängeschild und freiheitsliebender Mensch ohne politische Lieder".