Jüdisches Leben
in Bayern

Lehmann Bernheimer Kaufmann ("Bernheimer-Haus")

geb. 27.12.1841, Buttenhausen/Münsingen
gest. 29.05.1918, München

Wirkungsort: München

Lehmann Bernheimer kam in der kleinen jüdischen Landgemeinde von Buttenhausen (Kgr. Württemberg) zur Welt, sein Vater war ein reisender Stoffhändler. Im Jahr 1864 zog Bernheimer nach München und eröffnete eine selbstständige Stoffhandlung. 1870 verlegte er seinen Firmensitz an die Neuhauserstraße und konzentrierte sich zunehmend auf den Kunst- und Antiquitätenhandel. 1882 wurde er mit dem Titel eines kgl. Hoflieferanten ausgezeichnet. Am Maximiliansplatz (heute Lenbachplatz 3) ließ Bernheimer 1888/89 das "größte Kunsthaus der Welt" errichten, bei dessen Einweihung auch Prinzregent Luitpold anwesend war. Als selbstbewusster und erfolgreicher deutsch-jüdischer Staatsbürger setzte er damit ein prägendes Wahrzeichen für die Goldenen Jahre der Kunstmetropole München. 1938 wurde die Firma "arisiert". Das "Bernheimer-Haus" ging nach 1945 in den Besitz der Familie zurück, die es 1987 an einen Investor verkaufte.

GND: 123828848
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