Jüdisches Leben
in Bayern

Kaufmann Kohler Rabbiner und Religionswissenschaftler in den USA

geb. 10.05.1843, Fürth
gest. 28.01.1926, New York City

Wirkungsort: München u.a. | Detroit | Chicago | New York City

Nach einem Studium in München, Berlin, Leipzig und Erlangen hatte Kaufmann Kohler seine ursprünglich orthodoxen Religionsauffassung abgelegt und war ein überzeugter Vertreter des liberalen Reformjudentums. Im Jahr 1869 wurde er in die USA nach Detroit berufen und heiratete ein Jahr später Johanna Einhorn, die Tochter des Reformrabbiners Dr. David Einhorn von der Kultusgemeinde "Beth-El" in New York. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. 1871 ging er nach Chicago. Rabbiner Kohler führte dort den Sonntagsgottesdienst ein und machte sich als Kämpfer für Fortschritt, Reformen und freie wissenschaftliche Forschungen einen Namen. 1879 trat er die Nachfolge seines Schwiegervaters in New York an und organisierte die große Rabbinerversammlung in Pittsburgh 1885, wo er das "Pittsburgher Programm" ausarbeitete. 1903 wurde Dr. Kohler zum Präsidenten des "Hebrew Union College" in Cincinnati gewählt und war unter anderem auch Mitredakteur der "Jewish Encyclopedia".

GND: 118963775
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