Mit dem zunehmenden Fremdenverkehr stieg in München ab den 1880er Jahren der Bedarf nach Bierkrügen als Andenken und Sammelobjekt. Josef Salomon Thannhauser war ein "Bierkrugveredler". Das Gewerbe gab es fast nur in München und befand sich bis zur NS-Machtübernahme überwiegend in jüdischen Händen. Zusammen mit seinem Bruder Albert produzierte er Figurenkrüge und Trinkgefäße, indem sie Rohlinge bemalten und vor Ort Zinnmonturen applizierten. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden die Bierkrüge der Gebrüder Thannhauser in den illustrierten Festschriften des Oktoberfests beworben. Im Jahr 1904 machte die Firma allein mit ihrem Münchner Kindl-Nippes einen Umsatz von mehr als 250.000 Mark. Thannhauser prägte das bis heute gültige Bild Münchens als Kunst- und Bierstadt.
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Josef Salomon Thannhauser Bierkrugveredler
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