Jüdisches Leben
in Bayern

Jakob Stoll Rabbiner und Pädagoge

geb. 21.01.1876, Maßbach
gest. 29.11.1962, New York City

Wirkungsort: Würzburg

Jakob Stoll machte eine Lehrerausbildung an der Israelitischen Präparandenschule Burgpreppach und der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg (ILBA). Ab 1895 unterrichtete er zunächst in Fürth und Nürnberg, dann kehrte er nach Würzburg zurück und wurde 1919 zum Seminardirektor der ILBA ernannt. Jakob Stoll bemühte sich, modernes wissenschaftliches Denken mit der orthodoxen jüdischen Tradition zu verbinden und reformierte das Institut zu einer vollwertigen, staatlich anerkannten Lehrerbildungsstätte. Stoll nahm auch seine politische Verantwortung ernst: Er war Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei und des Bayerischen Lehrervereins. Nach der NS-Machtübernahme wurde die ILBA zu einer zentralen Anlaufstelle der bedrängten Kultusgemeinden, um den Unterricht aufrechtzuerhalten. 1938 wurde die Schule geschlossen und Stoll verhaftet. Er emigrierte im August 1939 mit seiner Frau Gitta nach New York und beantragte 1940 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

GND: 124302785
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