Der gebürtige Memminger Jakob Feibelmann machte sich nach seiner Ausbildung zum Textilkaufmann und einer mehrjährigen Berufserfahrung in seiner Heimatstadt selbstständig. Von 1915 bis 1919 leitete ehrenamtlich das Ernährungsamt der Stadt, welche die gerechte und ausreichende Versorgung der Zivilbevölkerung sicherstellen sollte. Kurzzeitig engagierte sich Feibelmann aktiv in der Bayerischen Räterevolution, zog sich jedoch schnell wieder aus der Politik zurück und wurde zum Zweiten Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Memmingens gewählt. Ab 1923 produzierte Jakob Feibelmann in Memmingen Aluminiumfolien für die Lebensmittelindustrie und kam nach der NS-Machtübernahme am 31. April 1933 für mehrere Tage in Schutzhaft. Auf einzigartige Weise wird die antisemitische Hetze jener Zeit durch eine anonyme Drohbrief-Kampagne dokumentiert, die bereits am Tage nach Feibelmanns Haftentlassung gegen ihn gestartet wurde. 1934 gab er auf und floh mit seiner Familie nach Palästina, wo er 1972 verstarb. Die Briefe und Postkarten führte er mit sich und nutzte sie nach 1945 erfolgreich in seinen Verfahren um Wiedergutmachung. Sie liegen in der Gedenkstätte Yad Vashem und wurden 2022/23 das Thema einer Sonderausstellung.
Jüdisches Leben
in Bayern
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Jakob Feibelmann Textilkaufmann und Unternehmer
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