Israel Offmann kam im polnischen Wallfahrtsort Częstochowa in einer begüterten jüdischen Familie zur Welt. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen im Jahr 1939 war die gesamte jüdische Bevölkerung den Nationalsozialisten ausgeliefert. Der 15-Jährige Isaak wurde im Ghetto Tschenstochau von der Gestapo verhaftet, weil er zusammen mit seinem Bruder Gewehre für einen geplanten Aufstand geschmuggelt hatte. Während seine Familie und fast alle jüdischen Bewohner der Stadt kurze Zeit später ermordet wurden, begann für die beiden Brüder eine Odyssee des Schreckens durch die Vernichtungslager von Auschwitz, Sachsenhausen, Oranienburg, Leonberg und Dachau. Im KZ Auschwitz diente Israel als Dolmetscher, da er die deutsche Sprache gut beherrschte. Nachdem Isaak in Leonberg verhungert war, wurde Israel im niederbayerischen Außenlager Ganacker kurz vor seinem Tod von Soldaten der US-Armee befreit. Er kämpfte sich ins Leben zurück, beteiligte sich 1947 am Unabhängigkeitskrieg in Palästina, kehrte aber schließlich nach Bayern zurück. Israel Offmann gründete 1955 in Straubing eine Familie und arbeitete erfolgreich als Gastronom mehrerer Nachtklubs. Seit 1988 leitete er die Israelitische Kultusgemeinde in Straubing; später war er Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Sein großer Einsatz für die Verständigung zwischen Juden und Christen wurde mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt.
Jüdisches Leben
in Bayern
in Bayern
Israel Offmann Dolmetscher, Vorsitzender der IKG Straubing
GND: 1060153297
Zum Eintrag in den Biografien