Heinrich entstammte einer angesehenen Rabbinerfamilie. Zunächst wurde er in Ansbach von seinem Großvater Moses Hochheimer unterrichtet, dann besuchte er das Gymnasium in Augsburg und studierte anschließend an der LMU in München, wo er 1844 auch promovierte. Die nächsten fünf Jahre arbeitete Heinrich als Vize-Rabbiner (Dajan) für seinen Vater Isaak in Ichenhausen. Weil er die Deutsche Revolution 1848/49 unterstützt hatte, musste Heinrich Hochheimer in die USA auswandern. In Baltimore löste er den streng konservativen Abraham Joseph Reiss als Rabbiner der deutschsprachige Kultusgemeinde "Nidche Israel" ab. Zehn Jahre später wechselte er an die Fell's Point-Gemeinde. Im Jahr 1871 veröffentlichte er zusammen mit Benjamin Szold und Marcus Jastrow eine überarbeitete Ausgabe des Gebetbuches "Adobat Israel". Heinrich Hochheimer – der sich in den USA auf Englisch "Henry" nannte – ging 1892 in den Ruhestand, blieb aber eine angesehene Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Er hatte zahlreiche Beiträge für die jüdische Presse diesseits wie jenseits des Atlantiks verfasst. Aus der Ehe mit Rosalia gingen vier Kinder hervor, von denen zwei das Erwachsenenalter erreichten. Sein Grab zieren die segnenden Priesterhände der Kohanim. (Nach Isidor Blum)
Jüdisches Leben
in Bayern
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Henry (Heinrich) Hochheimer Rabbiner
GND: 131616196
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