Die Familie von Elisabeth Block lebte von einer florierenden Gärtnerei, die sich auf dem eigenen Grundstück in Niedernberg befand. Seit ihrem zehnten Lebensjahr schrieb Lisi regelmäßig ein Tagebuch und schildert darin eine jüdische Familie, die sich fast vollständig in die bayerisch-katholische Mehrheitsgesellschaft assimiliert hatte. Nach dem Schulverbot für jüdische Kinder am 15. November 1938 musste Elisabeth die Schule verlassen und die "Arisierung" zwang ihre Familie, den Betrieb zu verkaufen. 1939 wurde ihr Vater Fritz Block zur Zwangsarbeit verpflichtet, während Elisabeth und ihre Schwester auf Bauernhöfen arbeiteten. Versuche der Familie Block, nach Argentinien auszuwandern, blieben letztlich erfolglos. Immer wieder erwähnen die Tagebücher die zunehmenden Einschränkungen für Juden erwähnt, wie das Tragen des Gelben Sterns. Im Frühjahr 1942 wurde Familie Block nach Polen verschleppt. Die letzten Lebenszeichen stammen aus dem Ghetto Piaski. Elisabeths Tagebuch ist ein wichtiges zeithistorisches Dokument, das anlässlich der Landesausstellung "Geschichte und Kultur der Juden in Bayern" 1988/89 von Prof. Manfred Treml erstmals aufgearbeitet und 1993 als Edition publiziert wurde.
Jüdisches Leben
in Bayern
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Elisabeth "Lisi" Block Führte Tagebuch über jüdisches Leben in der NS-Zeit
GND: 119151898
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