Jüdisches Leben
in Bayern

Benno Berneis Kunstmaler

geb. 1884, Fürth
gest. 08.08.1916, Saint-Souplet

Wirkungsort: München | Berlin

Benno Berneis war der einzige Sohn des jüdischen Fabrikbesitzers Albert Berneis (1853-1924) und seiner Frau Betty geb. Neubauer. Sein Vater war Direktor der 1875 von ihm und seinem Bruder Louis Berneis (1854-1930) gegründeten "Schuhfabrik B. Berneis", die später zu den Vereinigten Fränkischen Schuhfabriken AG firmierte. Nach seiner Schulzeit war Benno Berneis ab 1902 Schüler in der Münchner Malschule von Moritz Heymann, der ihn zum impressionistischen Maler ausgebildete. Ab 1906 lebte Benno Berneis in Berlin, wo er mit Hilfe von Max Slevogt bereits im Dezember an der Winterausstellung der Berliner Secession teilnehmen durfte. Auch in den Sommerausstellungen der kommenden Jahre war Berneis nun regelmäßig mit mehreren Werken vertreten. 1909 stellte er zusammen mit Henri Matisse erstmals seine Arbeiten im Kunstsalon von Paul Cassirer aus. Eine weitere umfassende Ausstellung folgte im März 1914, diesmal mit dem befreundeten Bildhauer August Gaul. Im selben Jahr war Benno Berneis außerdem an der Gründung der Freien Secession rund um Max Liebermann beteiligt. Per Losverfahren wurde er in den Vorstand der Künstlergruppe gewählt. Während des Ersten Weltkriegs diente er zunächst in einer bayerischen Train-Abteilung und meldete sich nach der Beförderung zum Leutnant Mitte 1915 freiwillig zur Fliegertruppe. Nach seiner Ausbildung wurde er an der Westfront vor allem bei der Aufklärung von feindlichen Artilleriestellungen eingesetzt. Benno Berneis starb in einem Luftkampf über der französischen Gemeinde Saint-Souplet. Sein Grab befindet sich auf dem nahegelegenen deutschen Soldatenfriedhof Mont-Saint-Remy in den Ardennen.

GND: 134247205
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