Jüdisches Leben
in Bayern

August Liebmann Mayer Kunsthistoriker und Kurator

geb. 27.10.1885, Griesheim (Hessen)
gest. 1944, Auschwitz (Oświęcim)

Wirkungsort: München

August Liebmann Mayer arbeitete nach seinem Studium an den Münchner Pinakotheken und entwickelte sich zum Experten für spanische Kunst des 16. bis 19. Jahrhunderts. 1912 promovierte er und wurde 1920 außerordentlicher Professor an der LMU München. Nebenbei arbeitete er als privater Sachverständiger und sammelte selbst Kunst. Prof. Mayer wurde 1930 das Ziel einer Verleumdungskampagne und trat ein Jahr später von seinem Amt als Kustos zurück. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam er in Schutzhaft, überlebte einen Suizidversuch und emigrierte 1935 mit seiner Familie nach Paris, wo er weiter als Kunstexperte arbeitete. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht kam er in Südfrankreich in Haft, wurde zwar 1941 entlassen, aber 1944 von der Gestapo nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Er war mit der gebürtigen Tschechin Aloisia Däuschinger (1891-1941) verheiratet und hatte eine Tochter, Angelika. Diese überlebte den Holocaust und emigrierte 1951 in die USA. 2010 wurden vier Gemälde aus Mayers Besitz von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen an sie restituiert.

GND: 117542563
Zum Eintrag in den Biografien