In Ichenhausen gibt es im Eingangsbereich der ehemaligen Synagoge und auf dem Ortsfriedhof insgesamt drei Gedenktafeln für die jüdischen Gefallenen des Ortes, außerdem erinnern die Inschriften von drei Gräbern auf dem jüdischen Friedhof an gefallene Kriegsteilnehmer.
Im Eingangsbereich der heute als „Haus der Begegnung" genutzten ehemaligen Synagoge von Ichenhausen in der Vorderen Ostergasse 24 gibt es zwei Gedenktafeln für die jüdischen Gefallenen des Ortes, die die „Reichskristallnacht" überstanden haben. Auf der rechten sind unter einem Stahlhelm, den Zahlen 1914 1918 und der Überschrift Den Heldentod starben: die Namen und die weiterführenden Angaben der folgenden Gefallenen zu erkennen:
Infantr. ISAK GERSTLE
gef. 4.11.1914, b. Hollebeke, Belgien.
Gefr. LOUIS WÜNSCHBACHER
gef. 4.11.1914, b. Wüstschäte-Belgien
Infantr. DAVID HENLE
gef. 23.8.1914, b. St. Pol, Frankr.
Infantr. MAX GERSTLE
gef. 14.12.1914, b. Lady Stary Rus.Pol.
Inf. BERTH. WEIMERSHEIMER
vermisst seit 5.5.1915
Gefr. LEO FRIEDBERGER
gef. 25.6.1915, b. Layntrei Frankreich
Ldstr. LOUIS MANN
gest. 26.7.1915, in Neuburg a.D.
Darunter kann man die folgende Inschrift lesen:
Für Deutschlands Ruhm u. Ehre wussten sie zu sterben.
In Dankbarkeit Die Kultusgemeinde
Auf der linken Tafel mit der gleichen Überschrift sind die Namen und Angaben der folgenden weiteren Gefallenen angegeben:
Funker ISACK HEILBRONER
gef. 16.10.1916, an der Some Frankr.
Gefr. HUGO GERSTLE
gest. 21.7.1917, in Ichenhausen
Trs. BERNH. WEIMERSHEIMER
gest. 29.8.1917, i. Ploesti, Rumänien.
Inf. ERNST GERSTLE
gest. 27.6.1918, i. engl.Gefangsch.
Ltn.d.R. EMIL HEILBRONER
gef. 15.7.1918, b. Somain, Some-Py, Frankr.
Inf. MAX HENLE
gef. 24.7.1918 i. Intrenagoza, Galiz.
Unter den Namen ist zu lesen:
Für Deutschlands Ruhm u. Ehre wussten sie zu sterben.
Ihr Andenken gereicht zum Segen.
In Dankbarkeit Die Kulturgemeinde.
Auf dem jüdischen Friedhof des Ortes sind drei weitere Zeugnisse des Sterbens jüdischer deutscher Soldaten zu finden.
Auf dem untersten Abschnitt der Inschrift des Grabsteins von Frau JULIE HENLE, geb. DELLER, geb. 6.Aug. 1856, gest. 26. Aug. 1920 ist der Zusatz zu lesen:
„Dem Gedenken ihres jüngsten Sohnes MAX HENLE
geb. 4. Juni 1898, gef. 24. Juli 1917 (Ostfront.)"
Auf einem weiteren Grabstein für Herrn MAX FRIEDBERGER geb. 23.1.1858 gest. 23.4.1929 heißt es:
Zum Gedenken seines Sohnes LEO S. FRIEDBERGER
geb. 21. Juni 1891 gef. 24. Juni 1915 bei Layntre in Frankr.
Auf dem Grabstein des in Ichenhausen beerdigten jüdischen Soldaten Louis Mann s.A., der an den Folgen seiner Kriegsverletzungen im Militärlazarett Neuburg/Donau verstorben ist, kann man die folgende Inschrift erkennen:
Hier ruht Herr LOUIS MANN,
geb. dahier 13. Jan. 1879, gest. in Neuburg a/D. 26. Juli 1915
Unweit vom Eingang befindet sich ein weiterer Grabstein mit der folgenden Inschrift:
Hier ruht NATHAN GERSTLE 1860–1939
Zum Gedenken
seine Frau Sophi Geb. Schwarz
1871 Dep. 1942 Vergast in Aschwitz
Sohn GUSTAV gEB. 1897
Dep. 1941 bei Riga erschossen
Sohn ISAK Geb. 1892
DEUTSCHER SOLDAT
Gef. 1914 Belgien
Am Ortsfriedhof an der Friedensstraße (Parkplatz Weiler Weg) findet man ein 1993 errichtetes Denkmal für alle Opfer der beiden Weltkriege. Unter der Überschrift WIR GEDENKEN DER OPFER DER BEIDEN WELTKRIEGE sind fünf Bronzetafeln mit Namen zu sehen. Auf der äußersten linken Tafel sind unter den Jahreszahlen 1914 – 1918 alphabetisch die Namen aller Kriegstoten aus Ichenhausen verewigt, unter ihnen auch die der folgenden jüdischen deutschen Soldaten:
BERNHEIMER RUDOLF
FRIEDBERGER LEO
GERSTLE ERNST
GERSTLE HUGO
GERSTLE ISAAK
GERSTLE MAX
HEILBRONNER EMIL
HEILBRONNER ISAAK
HENLE DAVID
HENLE MAX
MANN LOUIS
WEIMERSHEIMER BERNHARD
WEIMERSHEIMER BERTHOLD
WÜNSCHBACHER LOUIS.
Bilder
Adresse / Wegbeschreibung
Vord. Ostergasse 22, Am Birketle (Jüd. Frhf.), Weiler Weg, 89335 Ichenhausen
