Im Oktober 1946 richtete die US-Militärverwaltung zusammen mit der UNRRA in Langquaid eine Auffangstation für befreite jüdische Displaced Persons (DPs) aus den Lagern im Osten ein. Für ihre Unterbringung wurden im Ort zwei Gasthäuser requiriert, der "Winklmann" und "Zur Post" (Marktplatz 26), wo sich auch die Selbstverwaltung und eine Bibliothek befanden. Den Vorsitz hatten Dawid Kurtz, Rudolf Petschenik und Emil Hausner. Sie gründeten einen Sportverein, weitere Einrichtungen sind jedoch nicht bekannt. Ab dem Herbst 1947 wurde die kleine DP-Gemeinde von Ergoldsbach zusammengelegt. Die Doppelgemeinde Ergoldsbach-Langquaid wurde im Laufe des Jahres 1949 aufgelöst. Heute erinnert nichts mehr an die kurzlebige jüdische Nachkriegsgemeinde, auch das Gasthaus Zur Post steht inzwischen nicht mehr. (Patrick Charell)
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 340.
