Erstmals werden in Hösbach 1774 jüdische Mitbürger erwähnt, die eine kleine Gemeinde bildeten. Im Jahr 1794 bestand sie aus acht Haushaltungen. 1803 wurden noch drei jüdische Familien gezählt, die dann mit Goldbach die gemeinsame IKG Goldbach-Hösbach bildeten. Entgegen dem allgemeinen Trend zur Landflucht und Abwanderung stieg die Zahl der Hösbacher Juden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an: Von 23 Personen im Jahr 1867 auf 44 im Jahr 1910. Das Gemeindeleben fand jedoch in Goldbach statt, die Verstorbenen wurden in Aschaffenburg beerdigt. 1933 lebten noch 38 jüdische Personen in Goldbach, im Frühjahr 1939 fünf, die 1942 mit den verbliebenen Jüdinnen und Juden aus Goldbach deportiert und ermordet wurden.
Von den in Hösbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen: Berta Baumann geb. Löwenthal (1894), Cäcilie Braunschweiger geb. Löwenthal (1897), Selma Cahn geb. Löwenthal (1901), Bertel (Bella) Kahn geb. Löwenthal (1893), Vanny (Nanni) Katz geb. Löwenthal (1890), Franziska Lederer geb. Katz (1872), Adolf Löwenthal (1891), Benno Löwenthal (1927), Emil Löwenthal (1896), Ferdinand Löwenthal (1866), Harry Bernhard Löwenthal (1938), Heinrich Löwenthal (1894), Josef Löwenthal (1904), Julius Löwenthal (1896), Leo Löwenthal (1893), Leopold Löwenthal (1863), Ludwig Löwenthal (1896), Paula Löwenthal geb. Lederer (1897), Steffi Löwenthal (1931), Walter Löwenthal (1926), Else Metzger (1894), Recha Weichsel geb. Löwenthal (1893), Minna Wertheim geb. Löwenthal (1894).
Bevölkerung 1910
Literatur
- K. statistisches Landesamt: Gemeindeverzeichnis für das Königreich Bayern. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand von 1911. München 1911 (= Hefte zur Statistik des Königreichs Bayern 84), S. 210.
