Jüdisches Leben
in Bayern

Falkenstein Gemeinde

Nach dem Sturz der NS-Diktatur strömten sog. "Displaced Persons" (DPs) – befreite Häftlinge aus den Konzentrationslagern und Überlebende der Todesmärsche – in die US-Amerikanische Besatzungszone. Die Militärverwaltung errichtete Durchgangs- und Auffanglager in ganz Bayern. Vor allem jüdische DPs konnten zur Ruhe kommen und sich auf die Auswanderung vorbereiten. In Falkenstein entstand durch die Beschlagnahme privaten Wohnraums eine jüdische DP-Gemeinde. Im Haus Nr. 32 (Sonnenstraße 5) befanden sich Wohnungen und der soziale Mittelpunkt. Wie üblich verwaltete sich die kleine DP-Gemeinde unter dem gewählten Vorsitz von Abraham Bomba, Heinrich Wolreich, Schaja Krycer und David Rzezak größtenteils selbst, versorgt von der UNRRA. Über kulturelle oder religiöse Einrichtungen ist nichts bekannt. Im Mai 1946 lebten 16 jüdische DPs in Falkenstein, im Dezember waren es 45 und im März 1947 erreichte die Gemeinde mit 61 Jüdinnen und Juden ihren Höchststand. Ab 1947 wurde Falkenstein von der jüdischen DP-Gemeinde Cham aus mit verwaltet, wo auch ein Betsaal, ein DP-Krankenhaus, eine koschere Küche und ein Cheder (Religionsschule) zur Verfügung standen.

Adresse / Wegbeschreibung

Sonnenstraße 5, 93167 Falkenstein

Literatur

  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 285.