Jüdisches Leben
in Bayern

München (Perlacher Forst) - KZ-Friedhof und Gedenkstätte Friedhof

Auf dem Friedhof am Perlacher Forst befinden sich mehrere Ehrenhaine und Gedenkorte für die Opfer des Nationalsozialismus.


Im Jahr 1950 beschloss der Münchner Stadtrat, einen zentralen Ehrenhain für die Opfer aus den Konzentrationslagern einzurichten, deren Urnen bei Kriegsende auf den Münchner Friedhöfen aufgefunden wurden. Die Menschen stammten aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, der damaligen Sowjetunion, Frankreich und den Niederlanden.

44 Gräberfelder mit jeweils 96 Urnen sind mit Steinplatten gekennzeichnet. Darunter befinden sich die Urnen mit den sterblichen Überresten von mehr als 3000 Gefangenen des KZ Dachau, die nach Kriegsende im Krematorium des Münchner Ostfriedhofs entdeckt worden waren. Auch KZ-Opfer aus Auschwitz, Buchenwald, Mauthausen und Flossenbürg und Opfer der Tötungsanstalten Sonnenstein, Bernburg, Grafeneck und Hartheim sind hier begraben. Mehr als 2000 Opfer waren polnische Staatsbürger. 2021 wurde der Ehrenhain neu gestaltet: Glasplatten führen die Lebensdaten der identifizierten Opfer auf, von denen 3972 inzwischen namentlich bekannt sind.


Ein weitere Ehrenhain erinnert an die im nahegelegenen Gefängnis Stadelheim aus politischen Gründen Ermordeten, wie die Mitglieder der Widerstandsgruppen "Weiße Rose" und "Freiheitsaktion Bayern".


Ein Mahnmal gedenkt der fast 2000 verschleppten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Bilder

Adresse / Wegbeschreibung

Stadelheimer Str. 24, 81549 München

Literatur

  • Constanze Werner (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. "Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …". Regensburg 2011, S. 43-49.