Der mittelalterliche Friedhof lag zwischen der unteren Judengasse, der Walkmühlgasse und dem Hahnfluß. Er wurde 1413 angelegt und bestand bis 1447. Beim Neubau des Hauses Judengasse 50 wurden 1896 Gebeine und ein Grabstein gefunden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert war der sogenannte Simonsche Friedhof Nähe der Rodacherstraße die Begräbnisstätte der Familie Simon.
1878 wurde der jüdische Friedhof in Coburg eingeweiht. Er liegt auf dem Gelände des Städtischen Friedhofs am Glockenberg und ist vom allgemeinen Teil durch eine Hecke getrennt.
Lage: 1 km südöstlich des Coburger Marktplatzes auf der Höhe im oberen nordöstlichen Teil des großen Stadtfriedhofs. Eine niedrige lichte Heckenreihe und eine kleine Türe trennen die beiden Friedhöfe voneinander.
Größe: 1450 qm.
Alter: Ein Antrag wurde 1873 bewilligt, nachdem die Juden den Magistrat 1870 um Überlassung eines Teils des erweiterten Städtischen Friedhofs gebeten hatten. Einweihung 1878; bis dahin bestattete man die Verstorbenen in Autenhausen und Untermerzbach bestattet.
Beerdigungen: Rechts vom Eingang stehen drei Reihen von Grabsteinen (1941 und nach 1945), links ältere Grabsteine aus der Zeit vor und um 1900. Unter den Gräbern befindet sich auch die letzte Ruhestätte der Familie Jacob Freiherr von Mauer. Gegenüber dem hölzernen Eingangstor weisen ein Ehrenmal auf die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und ein Gedenkstein auf die Opfer des Nationalsozialismus hin.
Besonderheiten: Die Gemeinde besaß eine Chewra Kaddischa für Männer und Frauen.
Jüdischer Friedhof Coburg im Bayerischen Denkmal-Atlas.
Lage: Rodacher Straße im Norden der Stadt.
Größe: 1250 qm, ursprünglich mit einer Mauer eingefriedet.
Alter: Ein Grabstein (Simon) trägt das Sterbedatum 1883. Der Friedhof scheint bis zur Eröffnung des neuen Friedhofs benutzt worden zu sein.
Beerdigungen: Sechs Grabsteine und Spuren von zwei weiteren Grabsteinen.
Die Familie Simon hatte sich der 1872 gegründeten Israelitischen Kultusgemeinde nicht angeschlossen. Der Friedhof war allein den Familienangehörigen vorbehalten. Der Friedhof muß bereits vor 1860 angeegt worden sein. Die letzten Angehörigen der Simonschen Familien hatten 1913 Coburg verlassen. Auf dem Friedhof sind noch sechs Grabsteine zu sehen, ein weiterer ist schon fast im Erdreich verschwunden.
Eintrag des Simonschen Friedhofs im Bayerischen Denkmal-Atlas
Bilder
Adresse / Wegbeschreibung
Hinterer Glockenberg, 96450 Coburg
Literatur
- Lothar Mayer: Jüdische Friedhöfe in Mittel- und Oberfranken. Petersberg 2012, S. 64-69.
- Günter Dippold: Die jüdischen Friedhöfe in der Umgebung von Burgkunstadt, in: Josef Motschmann / Siegfried Rudolph: "Guter Ort" über dem Maintal. Der jüdische Friedhof bei Burgkunstadt. Lichtenfels 1999, 129-144, hier 139.
- Michael Trüger: Jüdische Friedhöfe in Bayern (13) [Untermerzbach, Ebern, Lichtenfels, Coburg]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 11, Nr. 70 (September 1996), S. 28-29, hier S. 29.
- Karl Dill: Jüdische Friedhöfe in Oberfranken. Heimatbeilage zum Amtlichen
Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken Nr. 187, Bayreuth 1992, S. 29–39. - Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 213-216.
- Hubert Fromm: Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal, Coburg 1990, S. 205-207.
Weiterführende Links
- Jüdische Friedhöfe in Coburg (Alemannia Judaica)
- Jüdischer Friedhof Coburg (Landesverband Israelitischer Kultusgemeinden in Bayern)
- Jüdische Friedhöfe in Coburg (Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland)
- Audioguide Jüdische Stätten – Station 6 Jüdischer Friedhof (
- Jüdischer Friedhof Coburg (Wikipedia)
- Jüdischer Friedhof, alter Simonscher Friedhof (Bayerischer Denkmal-Atlas)
- Jüdischer Friedhof Nähe Glockenberg (Bayerischer Denkmal-Atlas
