Josef Brandl schildert seine Kindheit und Jugend im ehemaligen „Rotlichtviertel“ der Regensburger Altstadt in den 1960er-Jahren.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Josef Brandl, geführt am 22.04.2026 in Regensburg über seine Kindheit in der Regensburger Altstadt, das ehemalige „Rotlichtviertel“ rund um die Steinerne Brücke, die prekären Wohnverhältnisse vor der Altstadtsanierung, seine Auseinandersetzungen mit der Denkmalschutzbehörde, die Gründe für das Aussterben des Einzelhandels in der Regensburger Innenstadt, stadtplanerische Besonderheiten Regensburgs sowie über seine Karriere als Augenoptikermeister.
Biogramm
Josef Brandl wurde 1960 in Regensburg als drittes von vier Kindern geboren. Sein Elternhaus, in dem er bis 1983 wohnte, stand direkt an der Steinernen Brücke in der Goldene-Bären-Straße 12, Ecke Brückstraße. Bis zum Verkauf des Hauses im Jahr 1990 war es sein Zweitwohnsitz. Nach seinem Realschulabschluss begann er 1977 eine Ausbildung als Augenoptiker in Regensburg. Von 1983 bis 1985 studierte er vier Semester an der Fachakademie für Augenoptik in München mit dem Abschluss Augenoptikermeister und staatlich geprüfter Augenoptiker. Nach drei Berufsjahren im Osten von München kehrte er 1988 in seine Heimatstadt zurück, wo er bis 1990 als technischer Leiter eines Augenoptikfachgeschäfts im Donaueinkaufszentrum arbeitete. Im April 1990 eröffnete Brandl ein eigenes Optikgeschäft im Castra Regina Center am Bahnhof. Im selben Jahr heiratete er, 1994 und 1997 sind seine beiden Kinder zur Welt gekommen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit übte Brandl bis 2025 mehrere Ehrenämter aus, unter anderem als Augenoptiker-Obermeister für Niederbayern und Oberpfalz, als Vorstand im Landesinnungsverband Bayern, als Delegierter und Rechnungsprüfer des „Zentralverbandes der Augenoptik Deutschland“ in Düsseldorf. Im Mai 2025 hat Josef Brandl sein Geschäft ohne Nachfolger geschlossen und ist in den Ruhestand getreten.
Inhalte
Geboren 1960 – Kindheit und Jugend in der Regensburger Altstadt in den 1960er-Jahren – Verortung des ehemaligen "Rotlichtviertels" rund um die Donau – Ehemaliger Verkehrsknotenpunkt an der Steinernen Brücke – Touristen aus dem Landkreis in den 1960er-Jahren – Verruchte Wirtshäuser entlang der Donau – Konflikte des Vaters mit Zuhältern – Umgang der Familie mit der dubiosen Nachbarschaft – Prekäre Wohnverhältnisse vor dem Kauf und Umbau des Hauses durch seinen Vater – Charme von Regensburger Altstadtwohnungen – Distanz zwischen Stadtamhof und Regensburg – Eindruck von Stadtamhof als Kind – Wandel des "Rotlichtviertels" mit der Inbetriebnahme der Universität 1967 – Verlagerung der Prostitution in das Hafenviertel – Mangelhafte Wohnverhältnisse vor den Altstadtsanierungen der 1970er-Jahre – (Bau-)Geschichte des Neupfarrplatzes – Kindheitserinnerungen aus dem Kaufhaus Merkur – Pragmatische Umbauten trotz Denkmalschutzes – Verkauf des Elternhauses 1990 und Umbau durch den neuen Besitzer – Hoher Instandhaltungsaufwand als Verkaufsgrund – Erinnerung an die Wohnung der Familie – Sicherheit durch das damalige Wohneigentum – Erlernter respektvoller Umgang mit den Mietern – Anekdote zum ersten erlebten Bürgerfest 1976 – Zimmervermietungen an anspruchslose Studenten – Entstehen von Studentenkneipen seit den 1970er-Jahren – Vorliebe für Dacharchitektur – Erste Konflikte mit der Denkmalschutzbehörde – Lob für heutige denkmalschutzgerechte Sanierungen – Kritik am damaligen Vorgehen des Denkmalschutzes bei Salzstadel und Steinerner Brücke – Fußballspielen als Kind an der Donau – Damalige Angst vor Schiffsleuten – Kohleverkauf an der Donau – Heizen mit Kamin – Kreuzfahrttourismus in Regensburg – Kritik am Bau des Donaueinkaufzentrums (DEZ) und der Arkaden – Verdrängung des Einzelhandels aus der Innenstadt – Kritik am Autoverkehr in der Altstadt – Tätigkeit im Augenoptikfachgeschäft im DEZ – Eigenes Optikgeschäft im Castra-Regina-Center 1990 – Schließung 2025 ohne Nachfolger – Ausbildung, Beruf und Ehrenämter als Optiker – Bezahlbarer Wohnraum in der Regensburger Innenstadt – Wohnverhältnisse innerhalb und außerhalb der Altstadt – Verpasster Straßenbahnbau in Regensburg – Grünflächen in der Stadt – Kritik an der Versiegelung des Neupfarrplatzes – Plädoyer für die Begrünung von Plätzen in der Innenstadt – Früherer Umgang mit Hochwasser in der Altstadt – Heutiger Hochwasserschutz in Regensburg Stadt und Landkreis – Erinnerungen an den Donaumarkt – Einstellung zum Haus der Bayerischen Geschichte am ehemaligen Donaumarkt – Plädoyer für verkehrstechnische Veränderungen in Regensburg – Wunsch nach mehr Einzelhandel in der Innenstadt – Plädoyer für den Erhalt der Stadt Regensburg.
Daten
Interview: Thomas Grasberger
Kamera: Thomas Rothneiger