Zeitzeugen berichten

Das Projekt

Heben Sie Schätze im Onlineportal „Zeitzeugen berichten“!


Das Projekt

Unser Zeitzeugenprojekt besteht bereits seit 1986. Mittlerweile verfügt das HdBG über ca. 833 Zeitzeugeninterviews, die als Videofilme und Tondokumente vorliegen. Interviewt werden Personen, die aufgrund ihres Lebenswegs, ihrer beruflichen Tätigkeit oder der von ihnen ausgeübten Funktionen Teil der bayerischen Zeitgeschichte sind. Prominente Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft kommen ebenso zu Wort wie bisher eher unbekannte Menschen. Die Interviews sind lebensgeschichtlich-narrativ (nach der Methodik der Oral History) oder journalistisch angelegt, vertiefen jedoch stets einen Schwerpunkt. Die thematische Bandbreite ist sehr groß: Die Gesprächspartner berichten von den Alltagssorgen in der unmittelbaren Nachkriegszeit, von den Herausforderungen des Wiederaufbaus und der Integration der Vertriebenen, vom Werden der Bayerischen Verfassung, der Entwicklung der politischen Parteien oder vom dramatischen Strukturwandel in der bayerischen Wirtschaft seit 1945. Ein großer Schwerpunkt ist Überlebenden der Konzentrationslager in Dachau und Flossenbürg gewidmet.


Oral History

Bei der Oral History handelt es sich um eine Methode der Geschichtswissenschaft, die Zeitzeugen zu bestimmten Ereignissen befragt; dabei sollen die Interviewten von den Interviewenden möglichst wenig beeinflusst werden. Die so entstehenden Erzählungen bieten persönliche Einschätzungen historischer Sachverhalte und Entwicklungen. Dementsprechend steht in unseren lebensgeschichtlichen Zeitzeugeninterviews der biografische Lebensweg der Interviewten in seiner chronologischen Abfolge im Fokus.

Der Begriff Oral History ist seit den 1930er-Jahren bekannt und wird seit den 1940er-Jahren in den USA als historiografische Methode angewandt. 1954 wurde das erste Oral History-Office an der University of California in Berkeley eingerichtet. In den 1960er/70er-Jahren erreichte die Oral History einen ersten Höhepunkt in den USA und wurde dort in den Bereichen Ethnologie und Genderforschung sowie zur Dokumentation des Schicksals von Überlebenden der Shoah eingesetzt.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Oral History seit Ende der 1970er-Jahre Teil der Geschichtsforschung. Erste Themenschwerpunkte widmeten sich der Geschichte der Arbeiterklasse, dem Alltag der NS-Diktatur und den Erinnerungen von Holocaustüberlebenden.

 

Zeitzeugen

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind Personen, die über die jüngste Geschichte (Epoche der Mitlebenden) Auskunft geben können. Sie sind dabei weniger Tat- oder Augenzeugen (wie z.B. bei einem Unfall), sondern berichten vielmehr über ein längerfristiges Geschehen. Jeder von uns ist Zeuge seiner Zeit.

 

Journalistische Interviews und Gespräche

In unseren ebenfalls im Portal abrufbaren journalistisch geprägten Interviews und Gesprächen fließen auch Erfahrungen und Ansichten der Interviewenden mit ein, die den Interviewten auf Augenhöhe begegnen und im Interview eine stärkere Rolle übernehmen. So entsteht mitunter ein sehr lebendiges Gespräch aus Rede und Gegenrede. Die hierbei getroffenen Einschätzungen und Anmerkungen spiegeln die persönlichen Ansichten der Interviewenden wider und entsprechen nicht zwangsläufig der Position des HdBG.

 

Quellenkritik

Wie bei allen Dokumenten der Oral History ist auch bei Zeitzeugeninterviews eine quellenkritische Herangehensweise geboten, da es sich um subjektive Erinnerungen handelt - doch auch diese haben ihren Quellenwert in sich. Mit den lebendigen und oft emotionalen Aussagen der Zeitzeugen verfügt das HdBG über einen medialen Schatz, der andere Quellen zur Zeitgeschichte ergänzen und vertiefen kann.


Inhalt des Portals

Das Internetportal „Zeitzeugen berichten“ verzeichnet die Zeitzeugeninterviews des HdBG seit 1986. Der ständig wachsende Interviewbestand kann nach zahlreichen Abfragemöglichkeiten wie etwa Name, Thema oder freiem Suchbegriff durchsucht werden. Die Interviews werden jeweils mit kurzen Ausschnitten, einer Zusammenfassung des Inhalts sowie einem Biogramm des Zeitzeugen vorgestellt.


Recherchetipps

Der online-Bestand an Interviews ist auf verschiedenen Wegen zugänglich: Im Feld „Volltextsuche“ kann man nach Stichworten (etwa „Wiederaufbau“) oder einem bestimmten Personennamen suchen und erhält eine Liste der Interviews, in denen der gesuchte Begriff/Personenname thematisiert wird. Die Anzeige der Treffer erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. Bitte beachten Sie, dass die Volltextsuche auch Suchbegriffe ermittelt, die nur Teil eines Wortes sind – so etwa „national“ in „international“. Das Feld „Suchen“ ermöglicht darüber hinaus eine detaillierte Recherche in Listen nach allen Zeitzeugen und Themen.


Urheberrecht

Die Zeitzeugeninterviews des HdBG sind im Ganzen wie in Ausschnitten urheberrechtlich und persönlichkeitsrechtlich geschützt. Das Kopieren und Herunterladen der Daten aus dem HdBG-Zeitzeugenportal sowie ihre öffentliche Weiterverbreitung ist hiermit – außer in vom Rechteinhaber veranlassten oder genehmigten Fällen – ausdrücklich untersagt; dies gilt nicht nur, aber insbesondere auch für Veröffentlichungen im Internet, Intranet, auf DVD oder BLURAY, in Print- oder Rundfunkmedien und in Form nicht autorisierter Postings in den Sozialen Medien. Der Benutzer ist für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und kann bei Missbrauch haftbar gemacht werden.


Nutzungsgenehmigung

Das im Zeitzeugenprojekt vorhandene Interviewmaterial steht vorrangig für die Benützung zu amtlichen, wissenschaftlichen, heimatkundlichen und unterrichtlichen Zwecken zur Verfügung. Alle Nutzungsvorhaben am HdBG-Zeitzeugeninterviewmaterial bedürfen der Genehmigung des HdBG und sind grundsätzlich kostenpflichtig. Nutzungsvorhaben sind beim HdBG schriftlich, bevorzugt unter Verwendung des Kontaktformulars im Menüpunkt „Anfragen“ zu beantragen. Hierbei können auch die zu erwartenden Kosten angefragt werden.


Im Nutzungsantrag sind der Name, der Vorname und die Anschrift des Nutzers, gegebenenfalls der Name und die Anschrift des Auftraggebers, sowie das Nutzungsvorhaben, der überwiegende Nutzungszweck und die Art der Auswertung anzugeben. Ist der Nutzer minderjährig, hat er dies anzuzeigen. Für jedes Nutzungsvorhaben ist ein eigener Nutzungsantrag zu stellen. Soweit das HdBG nicht die Rechte am zur Nutzung vorgesehenen Zeitzeugenmaterial inne hat, wird der Nutzungsantrag an den Rechteinhaber weitergeleitet.


Die Nutzungsgenehmigung erteilt das HdBG bzw. der jeweilige Rechteinhaber. Sie gilt nur für das im Nutzungsantrag angegebene Nutzungsvorhaben und für den angegebenen Nutzungszweck.


Die Nutzungsgenehmigung kann ganz oder teilweise versagt oder von Auflagen abhängig gemacht werden, wenn und soweit


  1. Grund zu der Annahme besteht, dass Interessen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder gefährdet würden,
  2. Grund zu der Annahme besteht, dass schutzwürdige Belange Betroffener oder Dritter entgegenstehen,
  3. Gründe des Geheimnisschutzes es erfordern,
  4. durch die Nutzung ein nicht vertretbarer Verwaltungsaufwand entstünde.


Die Nutzung kann auch auf Teile von Interviewmaterial, auf die Erteilung von Auskünften oder auf besondere Zwecke, wie eine statistische Auswertung, beschränkt werden. Als Auflagen kommen insbesondere die Verpflichtung zur Beachtung schutzwürdiger Belange Betroffener oder Dritter sowie das Verbot der Weitergabe von Abschriften an Dritte in Betracht. Die Nutzungsgenehmigung kann widerrufen werden, wenn Angaben im Nutzungsantrag nicht mehr zutreffen. Sie kann nachträglich mit Auflagen versehen werden. Eine Veröffentlichung, Weitergabe oder Vervielfältigung von Reproduktionen ist nur mit vorheriger ausdrücklicher Zustimmung des HdBG zulässig. Bei einer Veröffentlichung von Reproduktionen sind das HdBG und die dort verwendete Archivsignatur anzugeben.


Für Fragen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.


Haus der Bayerischen Geschichte

Stichwort Zeitzeugen

Postfach 101751

86007 Augsburg


Ansprechpartner: Dr. Wolfgang Reinicke

Tel.: 0821 3295 0

Fax: 0821 3295 199

zeitzeugen@hdbg.bayern.de