Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Wolfgang F. Robinow über die Auswirkungen, die die "Machtergreifung" der Nationalsozialisten 1933 für seine jüdische Familie mit sich brachten. Sein Vater wurde als Beamter im Reichsaußenministerium in Berlin in den Ruhestand versetzt. Er selbst durfte keine Lehre und keinen Beruf ausüben.
Wolfgang Franz Robinow wurde 1918 in Hamburg geboren und erlebte die Jugendzeit bis 1934 in Berlin, musste dann aber aufgrund seiner jüdischen Abstammung die Schule verlassen. Nach einem Aufenthalt in Dänemark gelang es ihm 1938, in die USA zu emigrieren. Dort musste er sich als Verkäufer in verschiedenen Branchen bewähren, um zu überleben und wurde 1941 Soldat in der US-Army. 1944 erhielt Robinow eine Ausbildung als „Interrogator“ und war in vorderster Linie beim Vormarsch der Amerikaner eingesetzt. Am 30.04.1945 war er einer der ersten alliierten Soldaten, die in München auf dem Marienplatz standen. Seine Einheit stieß bis Kitzbühel vor, wo Robinow Leni Riefenstahl verhaftete. In seiner Tätigkeit als War Crimes Investigator in Dachau und Regensburg hatte er u.a. mit ehemaligen KZ-Ärzten, Gestapo- und SS-Offizieren und anderen hochrangigen Vertretern des NS-Regimes zu tun. 1949 wurde er in die Dienste des CIA übernommen. Robinow lebte 1961-1963 in München, danach in Frankfurt am Main. 2011 ist W.F. Robinow verstorben.
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