Jüdisches Leben
in Bayern

Prof. Dr. Heinrich List 1978-1983 Präsident des Bundesfinanzhofs

Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Dr. Heinrich List die Verwüstungen des Kaufhauses Uhlfelder im Zuge der "Reichskristallnacht" 1938 in München. Zudem berichtet er, dass viele Menschen dieses Vorgehen der Nationalsozialisten im Stillen missbilligten, sich aber aus Furcht vor Einweisung ins KZ Dachau nicht getrauten, Kritik daran zu äußern.

Biogramm

Heinrich List wurde 1915 in Mittermühle bei Freyung geboren und besuchte bis 1934 das Wilhelmsgymnasium in München. Anschließend studierte er Jura an der Universität München. Nach seinem Kriegseinsatz schloss Dr. List seine juristische Ausbildung ab und arbeitete in der Zollverwaltung. Seine richterliche Tätigkeit begann 1955 mit einer Abordnung an den Bundesfinanzhof. Im Jahre 1959 wurde er Richter am Finanzgericht München. 1961 erfolgte seine Ernennung zum Finanzgerichtsdirektor. Zum Richter am Bundesfinanzhof wurde Dr. List 1962 gewählt. Entsprechend seiner früheren Tätigkeit wurde er hier zunächst im Zollsenat tätig. 1972 wurde er zum Senatspräsidenten ernannt und übernahm den Vorsitz des III. Senats des Bundesfinanzhofs. Es folgten die Ernennungen zum Vizepräsidenten (1974) und zum Präsidenten (1978) des Bundesfinanzhofs. 1983 trat er in den Ruhestand. Neben seiner richterlichen Tätigkeit profilierte sich List auch als Steuerrechtswissenschaftler. Von 1964 bis 1987 lehrte er Steuerrecht an der Universität Erlangen. 2018 verstarb Heinrich List in München.

Themen
  • KZ Dachau
  • Reichspogromnacht / "Reichskristallnacht" 1938
Signatur: zz-1454.05
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