Chana Braun beschreibt die Synagoge innerhalb des Lagers Föhrenwald, die Gestaltung der Gottesdienste und den Ablauf von Beschneidungen.
Chana Braun wurde 1937 in der Nähe von Lublin im Osten Polens als Chana Golomb geboren. Im Alter von zwei Jahren, nach dem Überfall Deutschlands auf Polen, wurde sie von Polen, die im Auftrag der Deutschen handelten, mit ihrer Familie in die Sowjetunion verschleppt. Sie kam in ein Lager nach Sibirien, wo die Familie in einer einfachen Lehmhütte hauste. Der Vater musste ein landwirtschaftliches Feld bewachen. Im Lauf des Zweiten Weltkriegs wurden die Golombs mehrmals in der Sowjetunion umgesiedelt. Chanas Vater, ein äußerst frommer Jude, verweigerte den Dienst an der Waffe für die "Rote Armee" und musste sich verstecken. Nach dem Krieg kam die Familie in verschiedene deutsche DP-Lager, unter anderem in die Lager Eichstätt, Bamberg und Heidenheim. Am längsten hielten sich die Golombs aber im Lager Föhrenwald auf. Hier lernte Chana auch ihren späteren Mann Benjamin Braun kennen, mit dem sie 1956 in die USA emigrierte. 1963 verlor Benjamin jedoch dort seine Arbeit, so dass die inzwischen 4köpfige junge Familie nach München zurückkehrte, wo Benjamin Arbeit im Textil- und Jeansgeschäft seiner Verwandten fand.
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