Jüdisches Leben
in Bayern

Benjamin Braun 1952-1956 Bewohner des DP-Lagers Föhrenwald; Unternehmer

Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Dr. Sybille Krafft)

Benjamin Braun beschreibt seinen Lieblingsplatz innerhalb des Lagers Föhrenwald und die Freizeitangebote vor Ort.

Biogramm

Benjamin Braun wurde 1931 in Bielsko-Biała in Polen geboren. Da seine Familie jüdischen Glaubens war, musste Benjamin bereits im Alter von 8 Jahren zum ersten Mal flüchten, als die Deutschen seine Heimatstadt bombardierten. Die Familie kam in ein sibirisches Lager, das sie 1941 wieder verlassen durften. Die Kriegsjahre verbrachte Braun in der kasachischen Provinz. 1946 kehrte die Familie erstmals wieder in ihre Heimatstadt zurück. Aufgrund der Verfolgung durch das kommunistische Regime zogen die Brauns 1951 nach Israel, kehrten aber wegen einer Erkrankung der Mutter bereits ein Jahr später nach Europa zurück. Nach Scheitern ihres kanadischen Auswanderungsverfahrens kam die Familie 1952 in das DP-Lager Föhrenwald bei München. Benjamin Braun verbrachte einige – nach seiner Beschreibung sehr glückliche – Jahre in diesem „letzten jiddischen Schtetl in Europa“. Er absolvierte dort eine Ausbildung als Radiotechniker und lernte seine zukünftige Frau Chana Golump kennen. Aufgrund antisemitischer Äußerungen während seiner Arbeitssuche in Deutschland emigrierte er 1956 mit seiner Ehefrau Chana in die USA. Als Benjamin Braun dort seinen Arbeitsplatz verlor, kehrte er mit seiner jungen Familie 1963 nach München zurück. Er stieg in das Textil- und Jeansgeschäft seiner Verwandten ein und lebte mit seiner Familie in München. Benjamin Braun verstarb im Jahr 2019.

Themen
  • Bayern in den 1950er-Jahren
  • Jüdische DPs (Displaced Persons)
  • Jüdisches Leben
  • Oberbayern
Signatur: zz-1823.03
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