Jüdisches Leben
in Bayern

Weißenburg Synagoge

In Weißenburg bestand bis 1520 eine jüdische Gemeinde, die eine eigenes Synagogengebäude besaß.

Zwischen 1945 und 1951 nützte die jüdische DP-Gemeinde in Weißenburg Räumlichkeiten im Gasthof "Zum Schlachthof" als Betsaal.

Die mittelalterliche Synagoge ist 1480 und 1520 belegt. Nach späteren Angaben stand sie "nahe dem oberen Tor bei dem Bach, wo sich damals das Rebdorfsche Kornhaus befand" Nach der Vertreibung der jüdischen Gemeinde 1520 ließ der Rat der Stadt die Synagoge einreißen und eine Marienkirche errichten. Dieses Gebäude wurde nach Annahme der Reformation aufgegeben (Standort "Auf der Kapelle").

Die jüdische DP-Gemeinde in Weißenburg nutzte zwischen 1945 und 1951 Räumlichkeiten im Gasthof "Zum Schlachthof" als Betsaal. Ein zeitgenössische Quelle beschreibt im Dezember 1946 das "imposante und gefühlvolle" jüdische Lichterfest (Chanukka), das von etwa 80 Personen an "festlich gedeckten Tischen" gefeiert wurde. .

Literatur

  • Germania Judaica. Band III: 1350-1519, Teilband 2, Tübingen 1995, S. 1570-1574
  • Stern, Moritz: Die Vertreibung der Juden aus Weißenburg 1520. In: Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland 1 (1929). S. 297-303