Jüdisches Leben
in Bayern

Weigenheim Synagoge

Obwohl die jüdische Gemeinde Weigenheim wahrscheinlich schon im 17. Jahrhundert bestand, sind die Nachrichten über einen Betsaal oder eine Synagoge sehr spärlich. Aus den Auseinandersetzungen mit der Schwarzenbergischen Verwaltung von 1738 wird zumindest klar, dass es bis zu diesem Zeitpunkt einen Betsaal im Haus der Witwe von Israel Joseph (Haus Nr. 9) gab.


Nachdem ein erster Bauantrag auf Errichtung einer Synagoge vom Amtsvogt der Herrschaft Schwarzenberg abgelehnt worden war, konnte die jüdische Gemeinde erst 1754 einen eigenen Bau beginnen. Der Größe der kleinen Gemeinde entsprechend hatte das Gebäude eine Grundfläche von sieben Metern im Quadrat (Haus Nr. 13).

1844 war das Gebäude baufällig. Es sollte mit neuen Grundmauern und der Erhöhung um ein Stockwerk grundlegend saniert werden. Die geschätzten Kosten betrugen sich einschließlich einer neuen Inneneinrichtung auf etwa 500 Gulden. Eigentlich handelte es sich um einen Neubau, der allerdings durch die geringe Anzahl der jüdischen Haushalte in Weigenheim auf rechtliche Bedenken stieß. Für einen Neubau wären 50 Familien vor Ort erforderlich gewesen und die Weigenheimer Gemeinde hatte nur acht Matrikelstellen. Die Ausschreibung einer Kollekte zur "Reparatur" der Synagoge in Weigenheim bei alle jüdischen Gemeinden Bayerns in der Aschaffenburger Zeitung vom Oktober 1845 umging deshalb elegant dieses Problem. Die marode Bausubstanz machte allerdings einen Abriss unumgänglich und die gesammelten 275 Gulden wurden dann nach 1846 zum den Neubau einer Synagoge in Weigenheim verwendet. Die geplante Grundfläche stellte sich allerdings als zu klein für die Bedürfnisse der Gemeinde heraus, so dass erst nach Umplanungen und Verzögerungen durch einen inkompetenten Baumeister endlich 1849 die neue Synagoge genutzt werden konnte.

Die Unterstellung der jüdischen Gemeinde Weigenheim als Filialgemeinde von Uffenheim-Welbhausen im Jahr 1900 führte auch zur Aufgabe des Synagogengebäudes. Der Unterhalt dürfte für die kleine Gemeinde vor Ort nicht mehr bezahlbar gewesen sein. Die Torarollen und die Inneneinrichtung wurden 1903 und 1904 zum Kauf angeboten. Das Gebäude selbst kaufte Joseph Liebrich, ein Nachfahre eines Matrikelbesitzers von 1817. Als Liebrich das Gebäude später an Leonhard Gall weiterverkaufte, musste der Käufer zusagen, dass an der Stelle des Gebäudes niemals eine Schweinestall errichtet werden dürfe.

Das Gebäude Mönchstraße 9) ist heute noch zum Teil erhalten und im Bayerischen Denkmal-Atlas mit dieser Beschreibung verzeichnet: "Ehemalige Synagoge, Umfassungsmauern aus großen Bruchsteinquadern mit Eckquaderung mit maurischen Rahmungen und Bauinschrift, 1847-50, moderner Umbau 1963".