Jüdisches Leben
in Bayern

Wannbach Synagoge

Die Grafen Seinsheim siedelten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts jüdische Familien im Bereich des Alten Schlosses an. Hier wurde um 1770 im Hofbereich die Synagoge erbaut (heute Grundstück bei Haus Nr. 25).

Das gesamte 19. Jahrhundert war die jüdische Gemeinde Wannbach groß genug, um einen Vorbeter, der auch Schächter und Lehrer war, zu beschäftigen. Noch 1903 umfasste die Gemeinde etwa 36 Mitglieder. Die Gottesdienste in der Synagoge waren also möglich.

Aber bereits 1911 gab es nur noch zehn Juden, eine feste Angebot an Gottesdienstes dürfte zu dieser Zeit nicht mehr möglich gewesen sein. Der Verkauf des Synagogengebäudes 1919 war deshalb folgerichtig. In der Folge wurde es als Lagergebäude benutzt. Der Novemberpogrom 1938 brachte Verwüstungen und die Zerstörung der verbliebenen Inneneinrichtung. Danach wurde das Gebäude abgerissen und auf dem Grundstück ein Garten angelegt.

Eine Gedenktafel erinnert an die Geschichte.

Bilder

Literatur

  • Harburger, Theodor: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern, hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem, und dem Jüdischen Museum Franken – Fürth & Schnaittach., 3 Bde., Fürth 1998, Bd. 3, S. 773-775