Von einer Synagoge fehlt im 18. Jahrhundert bislang ein Hinweis. Das Vorhandensein einer Synagoge oder ein Betzimmer in einem Privathaus ist allerdings sehr wahrscheinlich, da zu Beginn des 19. Jahrhunderts die jüdische Gemeinde etwa 70 Personen umfasste. Im Geographischen Statistisch-Topographischen Lexikon von Franken (1804) findet sich der erste Hinweis, dass die jüdische Gemeinde in Vestenbergsgreuth eine Synagoge besitzt. Es ist nur zu vermuten, dass dieses Gebäude auch Räumlichkeiten für den Schulunterricht und eine Wohnung besaß. Auch im Geographisch-Historisch-Statistisches Zeitungs-Lexicon von 1811 heißt es, dass unter den Einwohnern des Ortes viele Juden seien, die eine eigene Synagoge hätten.
Die Geographisch-statistische Beschreibung des Ober-Mainkreises nennt 1827 ebenfalls eine Synagoge wie auch Das Königreich Bayern für 1829. Wahrscheinlich handelt es sich dabei bereits um das Gebäude (Plan-Nr. 63, heute: Dutenhofer Straße 4/6), das im Bayerischen Denkmal-Atlas als Synagoge ausgewiesen ist. Die doch häufigen Belege zu Beginn des 19. Jahrhunderts lassen an der These, dass 1828 ein jüdisches Gemeindezentrum errichtet wurde, Zweifel aufkommen. Das Synagogengebäude im Bayerischen Denkmal-Atlas wird mit einer Erbauungszeit um 1735 angegeben. Es dürfte sich also hier um das ursprüngliche Synagogengebäude handeln, das eventuell zu Beginn des 19. Jahrhunderts dem Bedürfnissen einer größeren Gemeinde angepasst wurde. Nachdem sich die jüdische Gemeinde in den 1870er Jahres aufgelöst haben dürfte, wird das Gebäude zu dieser Zeit verkauft worden sein. Der Anbau (?) eine rituellen Bades wurde nach den Angaben von Israel Schwierz (*1943) schon viele Jahre vor 1988 abgerissen, ebenso ein Teil des Synagogengebäudes. 2018 erteilte der Gemeinderat die Erlaubnis zu einem Abbruch eines weiteren Teiles dieses Gebäudes.
(Wolfgang Jahn)
Bilder
Adresse / Wegbeschreibung
Dutenhofer Straße 4/6, 91487 Vestenbergsgreuth
Literatur
- Johann Fleischmann: Die jüdische Gemeinde in Vestenbergsgreuth, in: Mesusa 1. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Mühlhausen 1998.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 197.
