Im Jahr 1752 erbaute die zahlenmäßig starke Kultusgemeinde in Unterriedenberg ein freistehendes Synagogengebäude (heute Ringweg 2). Da es ein eigenes Schulhaus mit Lehrerwohnung gab, handelte es sich um einen reinen Sakralbau. Über das Innere ist zwar nichts überliefert, man kann aber von der rituell üblichen Ausstattung in einem volkstümlichen Barockstil ausgehen. Die Synagoge hatte einen annährend quadratischen Grundriss und stand bescheiden in zweiter Reihe versetzt zur Straße. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Inventar der Synagoge und der jüdischen Schule von den SA-Leuten aus den beiden Riedenberger Ortsteilen und Oberbach völlig zerstört. Das Gebäude wurde nach 1945 abgebrochen und an seiner Stelle auf den alten Grundmauern ein Wohnhaus erbaut.
(Patrick Charell)
Adresse / Wegbeschreibung
Ringweg 2, 97792 Riedenberg
Literatur
- Cornelia Berger-Dittscheid: Unterriedenberg. In: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken Teilband 2.1. Erarbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid, Gerhard Gronauer, Hans-Christof Haas, Hans Schlumberger und Axel Töllner unter Mitarbeit von Hans-Jürgen Beck, Hans-Christoph Dittscheid, Johannes Sander und Elmar Schwinger, mit Beiträgen von Andreas Angerstorfer und Rotraud Ries. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 323-337.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 129.
